Häufige Fragen
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen, die unsere Patient:innen uns vor, während und nach der Behandlung in der Kinderwunschpraxis München Nord regelmäßig stellen.
Häufige Fragen zur Organisation
Ja, wir begleiten Sie sehr gerne auf Ihrem individuellen Weg des Kinderwunsches. Neben Beratung und Diagnostik führen wir Behandlungen mit Spendersamen in Kooperation mit ausgewählten Samenbanken durch.
Nur im Rahmen einer künstlichen Befruchtung (IVF- oder ICSI-Therapie) werden Sie am Tag der Eizellentnahme für einen Tag krankgeschrieben. Genau vorhersagen lässt sich dieser Tag meist erst bei der Ultraschalluntersuchung am 10. Zyklustag.
Bitte bringen Sie eine Überweisung Ihrer Frauenarztpraxis zum Termin mit. Den Termin zu einer Erstberatung können Sie über das Kontaktformular auf unserer Homepage, per E-Mail info@kinderwunschpraxis-muenchen-nord.de oder telefonisch unter 089 452 35 45-0 vereinbaren.
Die Wartezeiten für einen Ersttermin liegen in der Kinderwunschpraxis München Nord bei vier bis acht Wochen. Dies variiert je nach Jahreszeit und ist davon abhängig, wie flexibel Sie bzgl. der Terminfindung sind. Manchmal werden auch kurzfristig Termine frei.
Unser Ziel ist es, die individuelle Kinderwunschsituation zügig zu klären, damit die Kinderwunschbehandlung zeitnah starten kann, sollte diese notwendig und erwünscht sein.
Die Termine für die Kinderwunschbehandlungen (z.B. Ultraschalluntersuchung, Eizellentnahme) richten sich nach dem Zyklus der Patientin und müssen kurzfristig geplant werden. Wir haben unseren Terminkalender entsprechend gestaltet, um dies zu ermöglichen.
Das Erstgespräch zum Kennenlernen und für einen Überblick über Ihre individuelle Ausgangssituation. Falls bereits Unterlagen vorliegen, bringen Sie diese bitte mit, dazu zählen z. B.:
- Befunde und Ergebnisse früherer Operationen in Zusammenhang mit Kinderwunsch bei Frau und Mann
- Befunde und Ergebnisse früherer Kinderwunsch-Therapien
- Impfpass der Frau zwecks Rötelnstatus und serologische Laborwerte (Röteln, Varizellen)
- Hormonbefunde der Frau (E2, LH, FSH, Androstendion, Prolaktin, Testosteron, T3, T4, TSH, DHEAS, SHBG, TPO, Anti-Müller-Hormon)
- Spermiogramme
- Andrologische Untersuchungsergebnisse
Im Rahmen des Erstgespräches werden wir Ihnen die Zusammenhänge der Entstehung einer Schwangerschaft auf natürlichem Wege erläutern und einen Vorschlag hinsichtlich weiterer sinnvoller Diagnostik machen. Eventuell können wir auch schon konkrete Auskünfte zur für Sie sinnvollen Kinderwunschbehandlung geben, damit Sie baldmöglichst eine Entscheidung bezüglich des weiteren Vorgehens treffen können.
Es ist sinnvoll, das Erstgespräch mit beiden Partner:innen zu führen, da eine Kinderwunschbehandlung beide mit einbezieht. So sind alle Beteiligten auf dem gleichen Wissensstand und können die Entscheidung über das weitere Vorgehen gemeinsam treffen.
Jede Kinderwunschbehandlung in der Kinderwunschpraxis München Nord besteht aus einem Erstgespräch, Klärung der Kosten und Kostenübernahme und Erstellung eines Untersuchungs- und Therapieplans. Wir besprechen die Kinderwunschbehandlung im Vorfeld mit Ihnen ausführlich hinsichtlich des Ablaufs, der Erfolgsaussichten, der möglichen Nebenwirkungen und Kosten und stellen die möglichen Anträge bei den entsprechenden Kostenträgern. Wenn die Kostenübernahme geklärt ist, erhalten Sie von uns die Therapiemappe, die eine detaillierte Therapieanleitung, die dazugehörigen Rezepte und weiteres Informationsmaterial (z. B. Anleitung zum Spritzen) enthält. Sie haben dann genug Zeit, sich die Medikamente zu besorgen und sich mit den Unterlagen und den Spritzen vertraut zu machen und können mit der nächsten Regelblutung die Therapie starten.
Wir werden Sie Schritt für Schritt durch die verschiedenen Phasen der Therapie begleiten und alle Ihre Fragen beantworten.
Die Ultraschalluntersuchungen werden morgens zwischen 7.30 und 8.30 Uhr durchgeführt, damit Sie diese nicht während Ihrer Arbeitszeit machen lassen müssen. Für eine Kinderwunschbehandlung sind meist ein bis zwei, selten drei Ultraschalluntersuchungen in der ersten Zyklushälfte notwendig, um den Verlauf der Eizellreifung zu beobachten und den richtigen Zeitpunkt für das Auslösen des Eisprungs festzustellen.
Am Tag der Eizellentnahme sind Sie nicht arbeitsfähig und erhalten eine Krankmeldung von uns, von Ihrer Frauenarzt- oder Hausarztpraxis. Am Folgetag können fast alle Patientinnen wieder arbeiten gehen.
Häufige Fragen zu den Kosten
In der Kinderwunschpraxis München Nord fallen für Sie als Patient:in keine Eigenkosten für das Erstgespräch an. Die Kosten für die Beratung bei unerfülltem Kinderwunsch und die notwendigen Untersuchungen werden von den gesetzlichen Kassen und privaten Versicherungen im Wesentlichen übernommen. Ausgenommen davon sind die sonographische Eileiterprüfung und die Spermiogrammuntersuchung, die nicht von der Kasse bezahlt werden.
Die Höhe der Kosten einer Kinderwunschbehandlung hängt von der Art der Behandlung und der Menge an benötigten Medikamenten ab. Wir sind bei den zu erwartenden Kosten ganz transparent: Sie erhalten im Vorfeld der Behandlung eine schriftliche Kostenaufstellung und können sich darauf verlassen, dass die Kosten in dem besprochenen Rahmen bleiben werden. Wir unterstützen Sie bei der Antragstellung zur Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse, private Versicherung und ggf. Beihilfe.
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt in der Regel die vollständigen Kosten für Erstgespräch, Untersuchungen (ausgenommen Eileiterprüfung und Spermiogramm) und Zyklusmonitoring mit medikamentöser Unterstützung. Unter bestimmten Voraussetzungen beteiligt sich die Krankenkasse auch an Inseminationsbehandlungen und IVF/ICSI. Die genauen Bedingungen lesen Sie bitte bei unseren Kosten nach.
Private Krankenversicherungen übernehmen alle entstehenden Kosten für eine Kinderwunschbehandlung, wenn bei dem:der Versicherungsnehmer:in ein Befund besteht, der die Behandlung notwendig macht, eine hinreichende Aussicht auf Erfolg besteht und die Behandlung die einzige Möglichkeit für das Paar darstellt, ein eigenes Kind zu bekommen.
Häufige Fragen zur Vorbereitung
Um sich optimal auf die Schwangerschaft nach einer Kinderwunschbehandlung vorzubereiten, sollten Sie auf eine gesunde Ernährung achten, auf Nikotin und Alkohol verzichten und Folsäure und Jodid einnehmen.
Versuchen Sie, Ihr Leben ganz normal weiterzuführen, mit mediterraner Kost und wenig verarbeiteten Lebensmitteln. Wir empfehlen allen Frauen mit Kinderwunsch, täglich 400-800µg Folsäure und 200µg Jodid einzunehmen.
Wenn Sie sich wohl fühlen, dürfen Sie zu jedem Zeitpunkt Sport treiben.
Als 1. Zyklustag werten wir den Tag, an dem es „richtig“ zu bluten anfängt. Schmierblutungen zählen nicht als Blutungsstart. Wenn Sie vor dem Schlafengehen Blutungsstart haben, so zählt dieser Tag als 1. Zyklustag. Wenn Sie in der Früh aufwachen und dann die Periode feststellen, wird dieser Tag als 1. Zyklustag gewertet.
Häufige Fragen zu Medikamenten und Anwendung
Die meisten Frauen spritzen sich selbst, nachdem sie die Spritzanleitungen genau durchgelesen haben oder sich von einer Praxismitarbeiterin haben unterweisen lassen. Sie können das auch; man kann wirklich nichts falsch machen!
Die zu spritzenden Medikamente werden wie Thrombose- oder Insulinspritzen mit einer feinen Nadel unter die Haut gespritzt (z.B. am Bauch oder am Oberschenkel). Da die Nadeln sehr dünn sind, spüren Sie meist nur einen kleinen Pieks.
Stimulationsspritzen (Menogon HP®, Ovaleap®, Gonal F®, Puregon®, Rekovelle®, Pergoveris®) sollten Sie jeden Tag zur gleichen Zeit (+/- 1 Stunde) anwenden. Wählen Sie darum eine Uhrzeit, die Sie täglich gut einhalten können. Ob morgens, mittags oder abends, ist im Prinzip egal.
Die Uhrzeit der Auslösespritze (Ovitrelle®) wird genau von uns festgelegt! Es ist sehr wichtig, dass Sie sich an diese Anordnung halten.
Ja. Sie können Stimulationsmedikamente (s.o.) zum gleichen Zeitpunkt wie die Medikamente zur Unterdrückung des Eisprungs (Ganirelix®) spritzen. Falls Sie mehrere Ampullen des gleichen Medikaments spritzen müssen, kann man auch mehrere Trockensubstanzen (Pulver = Wirkstoff) dieses Medikaments in einem Lösungsmittel (Flüssigkeit) auflösen. So spritzen Sie ein geringeres Volumen, was angenehmer ist.
Die Kinderwunschpraxis München Nord empfiehlt, Utrogest®-Kapseln in die Scheide (vaginal) einzuführen. So wird der Wirkstoff schneller aufgenommen. Es ist normal, dass sich die Kapseln nicht ganz auflösen und Reste der Trägersubstanz wieder aus der Scheide herauskommen. Sie können Utrogest® auch schlucken. Bei oraler Anwendung kommt es aber gelegentlich zu Magenbeschwerden und häufiger zu Schwindel. Utrogest® wird immer in der zweiten Zyklushälfte bis zum Schwangerschaftstest zur Unterstützung der Einnistung angewendet. Der genaue Beginn der Anwendung hängt vom individuellen Therapiezyklus ab. Die Dosierung von Utrogest® im Rahmen der Zyklusunterstützung für Verkehr zum Optimum oder Insemination ist: abends 1×1 Kapsel Utrogest® 200 mg vaginal (0–0–1).
Cyclogest® ist ein Progesteron-Zäpfchen, das Sie in die Scheide (vaginal) einführen, um die Einnistung zu unterstützen. Es wird ausschließlich in den Therapien der sog. künstlichen Befruchtung in der zweiten Zyklushälfte bis zum Schwangerschaftstest angewendet. In der Kinderwunschpraxis München Nord erhalten Sie einen genauen Anwendungsplan von uns. Wir empfehlen dabei in der Regel folgende Dosis: Für einen Zyklus mit Eizellentnahme täglich morgens und abends 1×1 Kapsel Cyclogest® 400 mg vaginal (1-0-1).
Spezielle, zugelassene Medikamente für die Spermaqualität gibt es nicht. Aber falls Sie rauchen, kann das Aufhören eine eingeschränkte Spermaqualität verbessern. Allerdings dauert es mindestens drei Monate, bis sich der positive Effekt der Nikotinabstinenz bei der Spermienproduktion bemerkbar macht.
Häufige Fragen zu Kinderwunschbehandlungen
Der Schwangerschaftstest erfolgt normalerweise 16 Tage nach Auslösen des Eisprungs. Den genauen Tag für den Test im aktuellen Zyklus teilen wir Ihnen in der Kinderwunschpraxis München Nord jeweils vorab präzise mit.
Den Test können Sie zuverlässig mit einem Urintest aus der Apotheke machen. Bitte teilen Sie uns immer zeitnah das Ergebnis mit, damit wir Sie zu den weiteren Schritten informieren können.
In der Kinderwunschpraxis München Nord raten wir ganz deutlich dazu, nur einen Embryo einsetzen zu lassen („Single-Embryo-Transfer” → „SET”). Je mehr Embryonen eingesetzt werden, desto höher ist das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft. Die Geburtenrate pro Embryotransfer ist mit zwei eingesetzten Embryos ( „Double-Embryo-Transfer” → „DET” 28,4%) aber nicht wesentlich höher als bei einem Embryo (27,5%). Gleichzeitig sind Mehrlingsschwangerschaften (Zwillinge, Drillinge, Vierlinge) sehr risikoreich für Mutter und Kinder, weshalb wir sie vermeiden wollen. Im Rahmen der Planung einer künstlichen Befruchtung werden wir diese Frage mit Ihnen individuell besprechen und den für Sie richtigen Weg festlegen.
Dazu gibt es Grafiken aus dem DIR Jahrbuch 2024, die das gut erklären:


“Kurz gesagt:
Früher: Mehr Embryonen = höhere Babychance, aber großes Risiko
Heute: Meist nur 1 Embryo = fast gleiche Erfolgschance, viel sicherere Schwangerschaft
Weniger ist mehr und sicherer!”
Nein. Hier sind keine Einschränkungen notwendig.
Sie dürfen jederzeit Geschlechtsverkehr haben, dies hat keine Auswirkungen auf den Behandlungserfolg. In manchen Situationen (z. B. im Vorfeld von Eizellentnahme bzw. Embryotransfer oder bei medikamentöser Zyklusunterstützung für Geschlechtsverkehr oder Insemination) ist ungeschützter Geschlechtsverkehr allerdings mit etwas erhöhtem Risiko für Mehrlingsschwangerschaft verbunden. Darum überwachen wir während der Behandlung die Follikelreifung und geben Ihnen Bescheid, wann bzw. in welcher Zyklusphase Sie sicherheitshalber nur geschützten Geschlechtsverkehr haben sollten.
Die Abklärung und Beratung bei unerfülltem Kinderwunsch ist in der Kinderwunschpraxis München Nord nach einem Jahr ungeschützten Geschlechtsverkehrs sinnvoll. Das führen wir darauf zurück, dass ca. 80 % der Paare innerhalb eines Jahres eine Schwangerschaft durch ungeschützten Verkehr erreichen.
Für Frauen über 40 Jahren und Paare mit bekannten Auffälligkeiten wie Zyklusstörungen oder Spermiogrammeinschränkung ist eine Erstberatung in der Kinderwunschpraxis München Nord bereits nach sechs Monaten zielführend.
Die Erfolgsaussichten hängen im Wesentlichen von der Therapieart und dem Alter sowie der Anzahl an vorhandenen Eizellen („biologische Uhr“) ab. Mit einem Embryotransfer sind deutlich höhere Schwangerschaftschancen verbunden als mit ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder einer Inseminationsbehandlung. Weitere Einflussfaktoren sind u. a. die Beschaffenheit der Spermien und die anatomischen Gegebenheiten bei der Frau.
Da die individuellen Voraussetzungen sehr unterschiedlich sein können, gibt es keine generelle „Altersgrenze“ für eine Kinderwunschbehandlung. Allerdings klären wir sehr deutlich über die individuellen Erfolgsaussichten auf. Teilweise sind Kinderwunschbehandlungen bei Frauen, die 44 Jahre und älter sind, nicht durchführbar, weil der Eizellvorrat (fast) aufgebraucht ist. Wegen des Alters der Eizellen und der daraus resultierenden Chromosomenfehler beim Embryo verlaufen diese Behandlungen sehr oft erfolglos.
Ein Therapiezyklus erstreckt sich über einen Regelzyklus: Er beginnt am 1. Zyklustag und endet mit dem Tag, an dem der Schwangerschaftstest gemacht wird (je nach Zykluslänge und Therapieform ist das meist zwischen dem 28. und 32. Zyklustag).
Wenn der erste Therapiezyklus nicht erfolgreich war, kann meist im Folgezyklus ein weiterer Versuch unternommen werden. Nur zwischen zwei Stimulationsbehandlungen mit Eizelleentnahme ist eine Pause von ein bis zwei Zyklen erforderlich.
Je nach individueller Ausgangssituation und damit verbundener Schwangerschaftschance pro Versuch sind oft mehrere Behandlungszyklen notwendig. In der Kinderwunschpraxis München Nord ist es uns wichtig, dass Sie mit einer realistischen Erwartungshaltung in die Behandlung gehen. Deswegen klären wir Sie sehr genau über die individuell zu erwartenden Erfolgsaussicht auf.
