Therapie: Behandlungen bei Kinderwunsch

Bei einem unerfüllten Kinderwunsch stehen heute unterschiedliche Therapien und Behandlungen zur Verfügung. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt immer von den individuellen medizinischen Voraussetzungen, der Ursache des unerfüllten Kinderwunsches sowie von persönlichen Wünschen und Lebensumständen ab.

Ziel der Kinderwunschtherapie ist es, die Chancen auf eine Schwangerschaft zu verbessern. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von einer gezielten Zyklusunterstützung über schonende Verfahren wie die Insemination bis hin zu modernen Methoden der künstlichen Befruchtung. Grundlage jeder Therapie ist eine sorgfältige Diagnostik und eine individuell abgestimmte Planung.

Wir geben Ihnen einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Behandlungen bei Kinderwunsch in der Kinderwunschpraxis München Nord. Die Reihenfolge und Auswahl der Therapien folgt dabei immer der ärztlichen Empfehlung und ist an Ihre persönliche Situation angepasst. Gerne beraten wir Sie ausführlich zu den Möglichkeiten und begleiten Sie Schritt für Schritt auf Ihrem Weg.

Zyklusmonitoring / medikamentöse Zyklusunterstützung

Das Zyklusmonitoring und die medikamentöse Zyklusunterstützung gehören zu den grundlegenden Behandlungen bei Kinderwunsch. Ziel ist es, im Falle von Zyklusstörungen sicherzustellen, dass der Eisprung zuverlässig stattfindet und die Schwangerschaft auf natürlichem Wege eintreten kann.

Darüber hinaus wird das Zyklusmonitoring eingesetzt, um den Zyklus zu beobachten und gezielt zu steuern, etwa zur Vorbereitung einer Eizellentnahme, einer Insemination oder eines Auftautransfers: Medikamente fördern dabei die Follikelreifung, lösen den Eisprung aus und unterstützen die Gelbkörperphase des Behandlungszyklus. Welche Form der Unterstützung sinnvoll ist, entscheiden wir immer individuell auf Basis der diagnostischen Ergebnisse und der geplanten Behandlung.

Insemination (homolog / donogen)

Die Insemination ist eine besonders schonende Behandlung bei unerfülltem Kinderwunsch. Dabei wird aufbereiteter Samen direkt in die Gebärmutterhöhle eingebracht, um den Weg der Spermien zur Eizelle zu verkürzen und die Befruchtungschancen zu erhöhen. Die Behandlung erfolgt ambulant, ist in der Regel schmerzarm und dauert nur wenige Minuten.

Bei der homologen Insemination stammt der Samen vom Partner. Die donogene Insemination erfolgt mit Spendersamen und wird unter anderem eingesetzt, wenn keine oder nicht ausreichend geeignete Spermien des Partners vorhanden sind.

Die Insemination wird mit einer hormonellen Zyklusunterstützung kombiniert, um den optimalen Zeitpunkt für das Einsetzen der Spermien steuern zu können. Ob diese Therapieform für Sie sinnvoll ist, klären wir gemeinsam mit Ihnen in der Kinderwunschpraxis München Nord.

Künstliche Befruchtung

Unter dem Begriff künstliche Befruchtung (IVF-/ICSI-Therapie) werden Behandlungsverfahren zusammengefasst, bei denen die Befruchtung der Eizelle außerhalb des Körpers im Labor erfolgt. In der Kinderwunschpraxis München Nord führen wir die IVF (In-vitro-Fertilisation)- und ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion)-Therapie durch. Bei beiden Methoden werden Eizellen nach einer hormonellen Stimulation entnommen und im Labor befruchtet. Anschließend erfolgt der Embryotransfer, bei dem ein Embryo in die Gebärmutter übertragen wird. Welche Methode im individuellen Fall geeignet ist, richtet sich nach den Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches und den Ergebnissen der Diagnostik.

Blastozystentransfer

Der Blastozystentransfer ist eine spezielle Form des Embryotransfers im Rahmen der künstlichen Befruchtung. Dabei wird der Embryo nicht bereits nach wenigen Tagen, sondern erst am 5. Tag nach der Befruchtung im sogenannten Blastozysten-Stadium in die Gebärmutter übertragen. Zu diesem Zeitpunkt hat der Embryo bereits mehrere Entwicklungsschritte erfolgreich durchlaufen.

Der Vorteil des Blastozystentransfers liegt darin, dass sich bis zu diesem Stadium vor allem die robusteren und lebensfähigeren Embryonen weiterentwickeln. Dadurch lässt sich die Auswahl gezielter treffen, was die Einnistungschancen verbessern kann.

Ob ein Blastozystentransfer sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa von der Anzahl und Qualität der entstandenen Embryonen sowie von der individuellen Vorgeschichte.

Kryokonservierung / Kryotransfer

Die Kryokonservierung ist ein wichtiger Bestandteil moderner Behandlungen bei Kinderwunsch. Dabei werden unbefruchtete oder befruchtete Eizellen, Embryonen oder Samenzellen eingefroren und für eine spätere Verwendung aufbewahrt. Dieses Vorgehen ermöglicht eine flexible und schonende Behandlungsplanung.

Der Kryotransfer bezeichnet die Rückübertragung eines aufgetauten Embryos (heutzutage wird immer nur ein Embryo eingesetzt, nicht mehrere) in die Gebärmutter zu einem späteren Zeitpunkt. Häufig werden im Rahmen einer künstlichen Befruchtung mehr befruchtete Eizellen gewonnen, als für den ersten Embryotransfer benötigt werden. Durch die Kryokonservierung können diese in einem späteren Zyklus verwendet werden.

Social Freezing

Social Freezing bezeichnet das vorsorgliche Einfrieren unbefruchteter Eizellen aus persönlichen Gründen. Diese Form der Kinderwunschbehandlung richtet sich an Frauen, die sich die Möglichkeit einer späteren Schwangerschaft offen halten möchten, unabhängig davon, ob aktuell ein Kinderwunsch besteht.

Für das Social Freezing werden die Eizellen nach einer hormonellen Stimulation entnommen und kryokonserviert. Diese Maßnahme wirkt dem fortschreitenden Verbrauch bzw. der kontinuierlichen Abnahme der Qualität der in den Eierstöcken befindlichen Eizellen entgegen. Zu einem späteren Zeitpunkt können eingefrorenen Eizellen aufgetaut, befruchtet und im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung verwendet werden.

TESE (Testikuläre Spermienextraktion)

Die TESE (Testikuläre Spermienextraktion) ist eine spezielle Behandlung bei Kinderwunsch für Männer, bei denen sich keine Spermien im Ejakulat nachweisen lassen. In solchen Fällen kann versucht werden, Samenzellen direkt aus dem Hoden zu gewinnen, um dennoch eine Befruchtung zu ermöglichen.

Der Eingriff erfolgt operativ und in der Regel ambulant. Dabei wird in einer Kurznarkose Hodengewebe entnommen und im Labor auf das Vorhandensein von Spermien untersucht. Die gewonnenen Samenzellen können anschließend für eine ICSI-Behandlung verwendet werden.

Die TESE ist mit vergleichsweise geringen Risiken verbunden und stellt für ausgewählte Paare eine wichtige therapeutische Option dar. Ob dieser Eingriff sinnvoll ist, hängt von den individuellen Befunden und der Ursache der eingeschränkten männlichen Fruchtbarkeit ab.

Samenspende

Eine Samenspende-Behandlung ist eine etablierte Option bei Kinderwunsch, wenn keine eigenen Samenzellen vorhanden sind oder diese für eine Befruchtung nicht geeignet sind. Sie kommt unter anderem infrage für Paare ohne eigene Samenzellen, als Samenspende für Single-Frauen sowie als Samenspende für lesbische Paare.

Die Samenspende unterliegt in Deutschland klaren medizinischen, rechtlichen und ethischen Vorgaben. Die Auswahl der Spender erfolgt nach festgelegten Kriterien und wird sorgfältig dokumentiert. Die Behandlung mit Spendersamen kann sowohl im Rahmen einer Insemination als auch bei Verfahren der künstlichen Befruchtung erfolgen, abhängig von den individuellen Voraussetzungen.

Ihr persönlicher Weg zur Therapie bei unerfülltem Kinderwunsch

Welche Therapie oder Behandlung bei Kinderwunsch für Sie infrage kommt, hängt immer von den individuellen medizinischen Voraussetzungen ab. Grundlage jeder Empfehlung ist darum eine sorgfältige Diagnostik, auf deren Basis die Behandlung gezielt und verantwortungsvoll geplant wird.

In der Kinderwunschpraxis München Nord haben wir es uns zum Ziel gesetzt, die bestmöglichen Chancen auf eine Schwangerschaft zu schaffen. Dabei stehen höchste medizinische Qualität, Transparenz, realistische Erwartungen und eine persönliche, empathische Begleitung im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Gerne beraten wir Sie ausführlich zu den verschiedenen Behandlungen bei Kinderwunsch und entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen individuell passenden Behandlungsweg.