Kryokonservierung

 

Die Kryokonservierung ist in der Kinderwunschpraxis München Nord fester Bestandteil des Behandlungsangebots im Rahmen einer künstlichen Befruchtung. Sie ermöglicht es, befruchtete Eizellen oder Embryonen einzufrieren und zu einem späteren Zeitpunkt für einen weiteren Behandlungsversuch zu nutzen, ohne dass eine erneute hormonelle Stimulation oder eine weitere Eizellentnahme notwendig ist.

Auch Samenzellen und Hodengewebe sowie unbefruchtete Eizellen (Social Freezing) können kryokonserviert werden, um für eine spätere Kinderwunschbehandlung verwendet zu werden.

In der Kinderwunschpraxis München Nord setzen wir die Kryokonservierung gezielt und verantwortungsvoll ein. Grundlage ist stets eine individuelle medizinische Planung, eine realistische Einschätzung der Erfolgsaussichten und eine persönliche, empathische und transparente Beratung.

Was bedeutet Kryokonservierung?

Unter Kryokonservierung versteht man das Einfrieren von Zellen bei sehr niedrigen Temperaturen. Durch dieses Verfahren kann die biologische Qualität der Zellen langfristig erhalten werden, sodass sie zu einem späteren Zeitpunkt weiterverwendet werden können. In der Kinderwunschmedizin ist die Kryokonservierung heute ein gut etablierter Bestandteil moderner Behandlungsstrategien.

Im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung können grundsätzlich verschiedene Zellen kryokonserviert werden. Dazu zählen befruchtete Eizellen im Vorkernstadium, Embryos, unbefruchtete Eizellen sowie Samenzellen. Je nach medizinischer Situation kann auch Hoden- oder Eierstockgewebe eingefroren werden.

Auf dieser Seite liegt der Fokus jedoch auf der Kryokonservierung von befruchteten Eizellen beziehungsweise Embryonen, die im Zuge einer IVF- oder ICSI-Behandlung entstanden sind. Diese kryokonservierten Embryonen können später für einen Kryotransfer genutzt werden, ohne dass erneut eine aufwändige Stimulation oder Eizellentnahme erforderlich ist.

Wann ist eine Kryokonservierung sinnvoll?

Eine Kryokonservierung ist vor allem dann sinnvoll, wenn im Rahmen einer IVF- oder ICSI-Behandlung mehr befruchtete Eizellen entstehen, als für den aktuellen Embryotransfer gebraucht werden. Diese zusätzlichen Zellen können eingefroren und zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden. So gehen entstandene Chancen nicht verloren und weitere Behandlungsversuche bleiben möglich, ohne den gesamten Prozess der Stimulation und Eizellentnahme erneut durchlaufen zu müssen.

Ein weiterer Einsatzbereich ist die zeitliche Entzerrung von Behandlungsschritten. In bestimmten Situationen, zum Beispiel zur Vermeidung eines schweren Überstimulationssyndroms nach Entnahme von überdurchschnittlich vielen Eizellen, ermöglicht die Kryokonservierung, den Embryotransfer bewusst in einen späteren Zyklus zu verlegen. So können die Voraussetzungen für den Transfer optimiert werden.

Ob eine Kryokonservierung in Ihrer individuellen Situation sinnvoll ist, besprechen wir stets persönlich und auf Grundlage Ihrer medizinischen Befunde, die sich u.a. im Laufe des Behandlungszyklus ergeben.

Kryotransfer: Was bedeutet das?

Der Kryotransfer bezeichnet die Rückübertragung eines zuvor kryokonservierten und wieder aufgetauten Embryos in die Gebärmutter. Er erfolgt in einem späteren Behandlungszyklus (Auftauzyklus) als die Eizellentnahme und ist eine eigenständige Behandlungsform innerhalb der Kinderwunschtherapie.

Ein wesentlicher Vorteil des Kryotransfers ist, dass kein erneuter operativer Eingriff zur Gewinnung von Eizellen notwendig ist. Lediglich muss die Gebärmutterschleimhaut gezielt auf den Transfer vorbereitet werden, entweder mit Hilfe des eigenen Eisprungs im natürlichen Zyklus oder mit einer leichten hormonellen Unterstützung im sog. “programmierten” Zyklus.

Ablauf eines Kryotransfers

Der Ablauf eines Kryotransfers ist klar strukturiert und wird individuell auf Ihren Zyklus abgestimmt. Ziel ist es, optimale Bedingungen für die Einnistung des Embryos zu schaffen und den Transfer möglichst schonend durchzuführen.

  • 1

    Vorbereitung

    Zunächst erfolgt eine Zyklusüberwachung, um den richtigen Zeitpunkt für den Embryotransfer festzulegen. Die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut kann entweder im natürlichen Zyklus erfolgen oder, falls erforderlich, durch eine hormonelle Unterstützung.

  • 2

    Auftauen

    Der Zeitpunkt des Auftaus ist sowohl abhängig von der Dynamik des Zyklus und der Vorbereitung der Schleimhaut als auch vom Entwicklungsstadium der kryokonservierte/n Zelle/n.

    Befruchtete Eizellen werden nach dem Auftau im Rahmen der sog. Blastozystenkultur für fünf Tage beobachtet, um den Embryo mit dem besten Schwangerschaftspotential zu identifizieren und schließlich für den Kryotransfer zu nutzen.

    Eine kryokonservierte Blastozyste wird am Morgen des Transfertages aufgetaut und für einige Stunden im Brutschrank behalten, um sicherzustellen, dass sie den Auftau gut überstanden hat, bevor sie dann typischerweise gegen Mittag eingesetzt werden kann

  • 3

    Transfer

    Der Embryotransfer in die Gebärmutter erfolgt mithilfe eines dünnen Katheters, ist in der Regel schmerzarm und benötigt keine Narkose.

    Nach dem Transfer können Sie Ihren Alltag ohne Einschränkungen fortsetzen. Eine besondere Schonung ist nicht erforderlich.

  • 4

    Lutealphase-Unterstützung

    Auch im Rahmen des Kryotransfers unterstützen Sie die zweite Zyklushälfte mit Progesteron, welches als Kapsel in der Scheide zur Anwendung kommt.

  • 5

    Schwangerschaftstest

    Zu einem von uns genannten Zeitpunkt können Sie zu Hause einen Schwangerschaftstest im Urin durchführen. Unabhängig vom Ausgang bitten wir Sie, sich bei uns zu melden, um das weitere Vorgehen gemeinsam zu besprechen.

Vorteile von Kryokonservierung & Kryotransfer

Die Kryokonservierung in der Kinderwunschpraxis München Nord und der anschließende Kryotransfer bieten mehrere Vorteile innerhalb der Kinderwunschbehandlung. Ein zentraler Aspekt ist der geringere Aufwand für weitere Behandlungsversuche. Da durch die Verwendung eingefrorener befruchteter Eizellen keine erneute Eizellentnahme und Stimulation notwendig sind, werden weitere Transfers deutlich unkomplizierter.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Flexibilität der Behandlungsplanung. Bereits entstandene befruchtete Eizellen oder Embryonen können zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden, wenn die Voraussetzungen für einen Transfer besonders günstig sind. Dadurch lassen sich Behandlungsschritte zeitlich entzerren und individuell anpassen.

Erfolgsaussichten des Kryotransfers

Die Schwangerschaftsraten bei einem Kryotransfer sind vergleichbar mit denen eines Frischtransfers, sofern die Qualität der kryokonservierten Embryonen und die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut stimmen.

Eine entscheidende Rolle spielt das Alter der Frau zum Zeitpunkt der Eizellentnahme, da sowohl die Qualität der Eizellen als auch die Entwicklung der daraus entstandenen Embryonen davon beeinflusst werden.

Ebenso wichtig ist die Qualität der kryokonservierten befruchteten Eizellen oder Embryonen sowie der Zustand der Gebärmutterschleimhaut zum Zeitpunkt des Transfers. Eine sorgfältige Vorbereitung des Zyklus ist daher ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung.

Risiken & Grenzen der Kryokonservierung

Auch wenn die Kryokonservierung heute ein sehr sicheres und bewährtes Verfahren ist, gibt es keine Garantie für eine Schwangerschaft. Eine ehrliche und realistische Aufklärung über Chancen und Grenzen ist uns deshalb besonders wichtig. In der persönlichen Beratung ordnen wir die Erfolgsaussichten individuell ein und besprechen, welche Faktoren in Ihrer Situation eine Rolle spielen.

Die Techniken im embryologischen Labor haben sich in den letzten 15 Jahren gerade im Bereich der Kroykonservierung immens verbessert, so dass Auftauverluste sehr selten geworden sind: Die Auftaurate von Blastozysten liegt bei fast 100 Prozent, die von befruchteten Eizellen bei über 90 Prozent. Wie die frischen befruchteten Eizellen entwickeln sich nicht alle befruchteten Eizellen nach dem Auftauen weiter. Diese Aspekte lassen sich trotz moderner Labortechniken nicht vollständig ausschließen. Medizinische Risiken für die Frau sind insgesamt gering, da keine erneute Eizellentnahme erforderlich ist und der Transfer selbst schonend erfolgt.

Neben den medizinischen können auch emotionale Aspekte eine Rolle spielen, etwa durch das Warten auf den Transfer oder das Abwarten des Behandlungsergebnisses. Eine offene, empathische Begleitung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Behandlung in der Kinderwunschpraxis München Nord.

Individuelle Beratung

Ob und in welcher Situation eine Kryokonservierung oder ein späterer Kryotransfer für Sie sinnvoll ist, erörtern wir in der Kinderwunschpraxis München Nord immer individuell. Dabei berücksichtigen wir medizinische Befunde, den bisherigen Behandlungsverlauf sowie körperliche und emotionale Aspekte gleichermaßen.
In einem persönlichen Beratungsgespräch nehmen wir uns Zeit, Ihre Fragen zu klären, Chancen und Grenzen realistisch einzuordnen und gemeinsam abzuwägen, welcher Behandlungsweg für Sie passend ist. Unser Ziel ist es, Sie transparent, empathisch und fachlich fundiert zu begleiten, von der Entscheidung für die Kryokonservierung bis hin zum Kryotransfer.
Gerne unterstützen wir Sie bei der weiteren Planung und begleiten Sie Schritt für Schritt auf Ihrem Weg.